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E5, E10 und künftig E20: Welches Benzin verträgt Ihr Auto?

E10 ist längst Alltag, trotzdem greifen viele Autofahrer weiterhin zu E5. Was unterscheidet die Kraftstoffe, wann lohnt sich der Wechsel – und was steckt hinter dem diskutierten E20?

Zwei grüne Zapfpistolen für Super 95 mit den Kennzeichnungen E5 und E10; im Hintergrund steht ein dunkelblaues Auto.

20. Oktober 2026

Das Wichtigste auf einen Blick.

E5 und E10 unterscheiden sich im maximalen Ethanolanteil, nicht automatisch in der Oktanzahl.

Für E10 freigegebene Fahrzeuge dürfen E5 und E10 auch abwechselnd tanken.

Eine E10-Freigabe bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Fahrzeug auch E20 verträgt.

An der Tankstelle stehen viele Benzinfahrer vor derselben Entscheidung: Super E5 oder das meist günstigere E10? Manche bleiben aus Gewohnheit bei E5, andere sorgen sich um den Motor. Gleichzeitig wird über E20 mit einem höheren Bioethanolanteil diskutiert. Für die richtige Wahl zählen vor allem die Herstellerfreigabe und die vorgeschriebene Kraftstoffqualität.


Was bedeuten E5, E10 und E20?

Das „E“ steht für Ethanol, einen Alkohol, der Benzin beigemischt wird. Die Zahl beschreibt den maximalen Volumenanteil: Bei E5 sind es bis zu fünf Prozent, bei E10 bis zu zehn Prozent und bei E20 bis zu zwanzig Prozent.

Das verwendete Bioethanol wird beispielsweise aus Zuckerrüben, Getreide oder Mais hergestellt. Auch die Herstellung aus Reststoffen ist möglich. Es ersetzt einen Teil der fossilen Kraftstoffbestandteile.

Die Bezeichnung sagt jedoch nicht, welche Oktanzahl der Kraftstoff hat. Super E5 und Super E10 werden üblicherweise beide mit 95 Oktan angeboten. Ethanolanteil und Klopffestigkeit sind unterschiedliche Eigenschaften. Benötigt Ihr Motor laut Hersteller eine höhere Oktanzahl, müssen Sie diese unabhängig vom E-Kennzeichen beachten.


Schadet E10 dem Motor?

Bei einem dafür freigegebenen Fahrzeug ist E10 für den normalen Betrieb geeignet. Die Sorge, der höhere Ethanolanteil schade grundsätzlich jedem Motor, ist unbegründet. Die meisten Benzin-Pkw vertragen E10, darunter auch viele ältere Modelle.

Verlassen Sie sich trotzdem nicht allein auf das Baujahr. Hinweise finden Sie in der Betriebsanleitung, an der Tankklappe oder beim Hersteller. Bei Unklarheiten kann eine Werkstatt anhand des genauen Fahrzeugtyps weiterhelfen.

Ist Ihr Fahrzeug freigegeben, dürfen Sie E5 und E10 abwechselnd tanken oder im Tank mischen. Ein vorheriges Leerfahren ist nicht erforderlich, solange beide Kraftstoffe die übrigen Herstellervorgaben erfüllen.

Fehlt die Freigabe, sollten Sie nicht experimentieren. Bei ungeeigneten Fahrzeugen können unter anderem Dichtungen und Bauteile des Kraftstoffsystems beeinträchtigt werden.


Spart E10 trotz Mehrverbrauch Geld?

Ethanol enthält pro Liter weniger Energie als Benzin. Deshalb kann der Verbrauch mit E10 gegenüber E5 geringfügig steigen. Der ADAC nennt einen theoretischen Mehrverbrauch von etwa einem Prozent; der tatsächliche Unterschied hängt unter anderem von Motor und Kraftstoffzusammensetzung ab.

Entscheidend sind die Kosten pro gefahrenem Kilometer. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Kostet E5 1,80 Euro und E10 1,74 Euro pro Liter, ist E10 rund 3,3 Prozent günstiger. Bei einem Mehrverbrauch von einem Prozent bleibt somit eine Ersparnis. Diese Preise dienen nur als Beispiel.

Ein höherer Literpreis macht E5 bei einem E10-tauglichen Auto nicht automatisch zur besseren Wahl.


E20: Schon Realität oder noch Zukunftsmusik?

E20 wird in Deutschland bereits an einzelnen Pilotstandorten erprobt. Eine technische Spezifikation für diesen Kraftstoff liegt ebenfalls vor. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem flächendeckenden, frei verfügbaren Angebot.

Stand Oktober 2026 ist E20 noch keine regulär überall erhältliche Alternative zu E5 und E10. Für eine breite Einführung müssen insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Kraftstoffanforderungen entsprechend ausgestaltet sein. Einen verbindlichen allgemeinen Starttermin sollte man aus politischen Ankündigungen nicht ableiten.

Für Autofahrer gilt: Eine Freigabe für E10 ist keine automatische Freigabe für E20. Maßgeblich ist eine ausdrückliche Herstellerfreigabe für das konkrete Fahrzeug. Auch einen späteren Preisvorteil kann heute niemand pauschal garantieren.


Mehr Bioanteil heißt nicht emissionsfrei

Bioethanol kann die Treibhausgasbilanz gegenüber rein fossilen Kraftstoffbestandteilen verbessern. Wie groß der Vorteil ausfällt, hängt jedoch von Rohstoffen, Anbau, Herstellung und Transport ab.

Der Anbau von Energiepflanzen benötigt Flächen und kann mit der Lebensmittelproduktion konkurrieren. Düngemittel, Verarbeitung und mögliche Landnutzungsänderungen beeinflussen ebenfalls die Bilanz. Auch bei der Verbrennung entsteht weiterhin CO₂.

E20 bedeutet deshalb weder zwanzig Prozent weniger Verbrauch noch automatisch zwanzig Prozent weniger Treibhausgase.


TIPP: Prüfen Sie einmal in Ruhe, welche Kraftstoffe und welche Oktanzahl Ihr Hersteller freigibt. Ist E10 zugelassen, können Sie beim nächsten Tanken den tatsächlichen Preisunterschied vergleichen – statt aus Unsicherheit dauerhaft die teurere Sorte zu wählen.

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