
Sicher durch den Tunnel: Was bei Stau, Panne und Feuer zählt
Ein Stau oder eine Panne im Tunnel kann verunsichern. Wer die wichtigsten Verhaltensregeln kennt, kann ruhig reagieren und sich im Ernstfall schneller in Sicherheit bringen.

13. Oktober 2026
Das Wichtigste auf einen Blick.
Schalten Sie vor der Einfahrt das Abblendlicht ein, halten Sie ausreichend Abstand und achten Sie auf Ampeln, Verkehrszeichen und Notausgänge.
Bei einem Stau ohne Rauch oder Feuer bleiben Sie normalerweise im Fahrzeug. Bilden Sie eine Rettungsgasse und beachten Sie Durchsagen.
Bei einem Brand hat Ihre Sicherheit Vorrang: Lassen Sie Gepäck zurück und verlassen Sie den Gefahrenbereich über die ausgeschilderten Fluchtwege.
Eine Fahrt durch den Tunnel gehört für viele Menschen nicht zum Alltag. Die ungewohnte Beleuchtung, begrenzter Platz und der Verkehr ringsum können verunsichern. Kommt ein Stau oder eine Panne hinzu, hilft es, die wichtigsten Regeln bereits zu kennen.
Entscheidend ist die Situation: Bei einem gewöhnlichen Stau bleiben Sie normalerweise im Auto. Bei Rauch oder Feuer kann dagegen schnelles Verlassen lebenswichtig sein.
Schon vor der Einfahrt aufmerksam werden
Schalten Sie das Abblendlicht ein und nehmen Sie eine Sonnenbrille ab. Halten Sie die vorgegebene Geschwindigkeit und genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Zeigt die Ampel vor dem Tunnel Rot, bleiben Sie vor der Einfahrt stehen.
Achten Sie während der Fahrt auf die Beschilderung der Notausgänge und Notrufstationen. Lassen Sie das Radio mit Verkehrsfunk eingeschaltet und beachten Sie mögliche Lautsprecherdurchsagen. Wenden und Rückwärtsfahren sind im Tunnel keine Lösung – auch dann nicht, wenn es weiter vorne stockt.
Wenn sich der Verkehr staut
Schalten Sie beim Annähern an ein Stauende die Warnblinkanlage ein. Bilden Sie bei mehreren Fahrstreifen je Richtung frühzeitig eine Rettungsgasse: Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen fahren nach links, die übrigen nach rechts.
Lassen Sie beim Stillstand mindestens fünf Meter Abstand zum Fahrzeug vor Ihnen. Bei längerer Wartezeit stellen Sie den Motor ab, schließen die Fenster und schalten die Lüftung auf Umluft.
Solange weder Rauch noch Feuer zu erkennen sind und keine Aufforderung zur Evakuierung erfolgt, bleiben Sie im Fahrzeug. Beachten Sie weiterhin die Anzeigen und Durchsagen.
Bei einer Panne oder einem Unfall
Ist das Fahrzeug noch sicher fahrbereit, verlassen Sie nach Möglichkeit den Tunnel. Andernfalls fahren Sie mit eingeschalteter Warnblinkanlage in eine Pannenbucht oder auf den Standstreifen. Gibt es beides nicht, halten Sie möglichst weit rechts.
Stellen Sie den Motor ab und ziehen Sie vor dem Aussteigen eine Warnweste an. Achten Sie besonders auf den vorbeifahrenden Verkehr. Sichern Sie die Stelle ab und helfen Sie Verletzten, soweit das ohne eigene Gefährdung möglich ist.
Nutzen Sie möglichst eine Notrufstation. Damit kann die Tunnelüberwachung Ihren Standort unmittelbar zuordnen und gezielt reagieren. Ist eine Station nicht sicher erreichbar, wählen Sie bei einem Notfall die 112 und nennen möglichst Tunnelname und Fahrtrichtung.
Bei Rauch oder Feuer zählt schnelles Handeln
Bemerken Sie Rauch am eigenen Fahrzeug, fahren Sie nur dann noch aus dem Tunnel, wenn das sicher möglich ist. Andernfalls halten Sie möglichst in einer Pannenbucht oder am rechten Rand, stellen den Motor ab und verlassen das Fahrzeug. Einen vorhandenen Zündschlüssel lassen Sie stecken.
Halten Sie Abstand zu einem brennenden Fahrzeug. Lösen Sie einen Feueralarm aus, wenn das ohne Gefahr und ohne Verzögerung Ihrer Flucht möglich ist. Folgen Sie den ausgeschilderten Fluchtwegen und lassen Sie Gepäck zurück. Gefährlich sind besonders die giftigen Rauchgase.
Eine Notrufnische ist kein Schutzraum. Suchen Sie einen gekennzeichneten Notausgang auf. Führt dieser in eine andere Tunnelröhre, rechnen Sie dort mit Verkehr.
TIPP: Prägen Sie sich bei jeder Tunnelfahrt bewusst die grünen Fluchtwegschilder ein. Bewahren Sie Warnwesten griffbereit im Innenraum auf – damit Sie im Ernstfall nicht erst im Kofferraum suchen müssen.